In seinen besten Momenten fusioniert Schmidtke mühelos das rückhaltlose Spiel von Dirk Bach mit dem irrlichternden Geist eines Helge Schneiders. RheinArt

Wie schön, es gibt ihn noch - zwanglosen Humor. Trottoir

Zeigt, was Komik kann, wenn sie inspiriert ist und auf Klischees verzichtet: sie kann uns überraschen, beschwingen, erleichtern. Kiez & Kneipe Berlin

Ich bin eigentlich zu faul, mich abends noch mal fertig zu machen, um irgendwem bei irgendwas zuzusehen oder zuzuhören. Aber wenn ich, so wie gestern, so fürstlich belohnt werde, ärgere ich mich, dass ich das nicht viel öfter tue. Eine Show, die dein Hirn erfreut, deine Lachmuskeln strapaziert und die, und das finde ich fast am Schönsten, es nicht zulässt, dass du an irgendetwas anderes denkst. Online-Kommentar einer Zuschauerin

Christoph Schmidtke ist ein hinreißender, von vitalem Wahn erleuchteter Wilhelm Reich. Kölner Rundschau

Szenische Miniaturen, skurille Typen, aberwitzige Dialoge. Ein ungewöhnlicher Abend mit zwei schrägen und unkonventionellen Schauspielern. Es gab frenetischen Applaus und zwei Zugaben. Eifel-Kulturtage zu den ZweiBeinern

Eine Erscheinung in der Kleinkunstszene, die ihresgleichen nicht zu suchen braucht. Sie würde sie auch nicht finden. NRZ

Tapsig, liebenswert, unbeirrbar. Wenn er mit den Augen rollt, prusten die Zuschauer los. Wenn er gewaltig die Stimme hebt, dröhnt der ganze Laden. Sein Wandeln zwischen Genie und Wahnsinn ist sehr intelligent. Und auch anrührend. Kölner Stadt-Anzeiger

Christoph Schmidtke als Presley ist eine perverse Mischung aus knubbeligem Clown und sadistischem Teufelchen. MARABO

Geschichten aus dem Leben mit erstaunlichen Pointen. Ein Poet, ein Schlitzohr, die Realität eine absonderlich verkehrte Welt mit eigenartigen Regeln und Verhaltensweisen, wenn man nur richtig draufschaut. Und zwischen all den Absurditäten Träume, vielleicht Fieberträume, von der möglichen Freundlichkeit und den Freuden dieser Welt – und das mit allen Sinnen, die das Menschsein so ausmachen. Marianne Janietz, Dramaturgin

Christoph Schmidtke sprengt auf produktive Weise die Grenzen des gewohnten Kabaretts, erlöst es von der puren Karikatur und dem billigen Lächerlichmachen zum erkenntnisfördernden Instrument, und das äußerst unterhaltsam. Rheinische Post

Wir wollten ja eigentlich einen Spaßkellner. Aber der war zu teuer. Begrüßungsworte einer Veranstalterin

Aus einem Interview mit dem Untitled-Kunstmagazin. Das Interview führte der wunderbare Alexander Pühringer (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung desselben):

Herr Schmidtke, Sie sind Komiker. Was ist das eigentlich?

Zeha: Ein Komiker ist ein Mensch, der sich die Ordnung, die ihn umgibt, durch Irritation und Skepsis geschmeidig gestaltet.

(…) Aber ist denn die Welt so schrecklich, dass man sie sich lustig machen muss?

Zeha: Die Welt ist komisch. Unser Alltag hier ist aber so behütet gestaltet, dass viel von dem, was es an Lebensqualität tatsächlich gibt, gar nicht mehr wahrgenommen wird. (…) Wir versuchen doch alle, unserer Geborgenheit einen Funken an Aufregung abzutrotzen. Floristinnen mit Totenkopftattoos. Menschen, die Geländewagen in Städten vollkommen ohne Gelände fahren. Versicherungsfachvertreter, die gepierct sind wie Piraten. Nur, dass der Pirat seine Piercings eben auch beim Kundenkontakt tragen darf.

(…) Gibt es da bei Ihnen auch eine Geschwisterliebe zwischen Humor und Zynismus?

Zeha: Nein. Der Zyniker ergötzt sich ausschließlich an seinem eigenen Überdruss. Dahinter steckt weder Liebe noch Interesse an den Menschen. Und lieb- und interesselose Kreaturen interessieren mich nicht.

Kann man das eigentlich planen, wann gelacht werden soll?

Zeha: Aber ja. Es klappt nur nicht immer.

Also Sie denken das mit beim Schreiben?

Zeha: Himmel, nein. Der Inhalt einer neuen Szene entsteht durch mein reines Interesse an diesem Inhalt. Ich gehe davon aus, dass alles, auch das Tragische, komisch wird, wenn ich dabei bin. Komik ist eine Haltung zur Welt und all ihren Aspekten.

Beziehen Sie tagespolitische Ereignisse spontan mit ein?

Zeha: Wenn das Theater beschossen wird, baue ich das mit ein. Ob allerdings der stellvertretende Schatzmeister der CDU/SED zur stellvertretenden Matschmeisterin der SPD/www gesagt hat, dass… nein, das ist nix für mich. Dieses Fokussieren auf einen Aspekt, das Unterteilen der gärenden Hefe Welt in einzelne Parzellen – die Politik hier, der Bürger dort, das Kabarett dazwischen – das ist kein Umgang, den ich verstehe. Das ist wie Pornografie. Die nimmt sich ja auch komplexes, wimmelndes, spaßmachendes Leben zum Thema. Aber dann fährt der Fokus auf einen Aspekt und vergrößert den ins Gigantische. Dann hast du plötzlich nur noch eine riesige Möse oder einen ebensolchen Dödel im Bild. Für mich ist das dann überhaupt kein Zusammenspiel mehr, sondern ein technisches Detail. Als ob ich einer Pleuelstange beim Betrieb zugucke. Nicht sexy. Und da ich uns alle für komplexe Wesen halte, sehe ich es in jedem weltlichen Sujet als unangemessen und absurd an, einen isolierten Aspekt von Leben und Welt abbilden zu wollen.

(…) Kommt es vor, dass das Publikum mal eine Szene nicht kapiert?

Zeha: Nein. Und wenn doch, führe ich Einzelgespräche. Wenn es dann immer noch nicht funkt, dann singen wir halt ein Lied oder basteln was zusammen. Das ist auch schön.

Alexander Pühringer war beseelt von dem, was er tat, ein wacher Freund und sinnliches Menschenviech. Das Untitled-Mag war sein Baby, ihr papiernes Archiv stapelte sich in seinem Flur bis zur Decke. Er fehlt mir, der tolle Ösi.

Zum freien Download der letzten Untitled-Mag (mit dem Interview):